Scheinbar hat sich ein wenig die Schockstarre gelöst…

Heute hatten wir tatsächlich eine kleine Anfrage und auch einen Druckauftrag per Email. Im Vergleich zu gestern in beiden Bereichen eine Steigerung um 100%, von nichts zu ganz wenig.

Auch zwei direkte aber sehr vorsichtige Kundenkontakte gab es. Eine Drucksache wurde mit der Begrüßung „Wir möchten bitte unsere Drucksachen kontaktlos abholen“ abgeholt, was problemlos und auch von uns so gewünscht, möglich ist. Die Drucksachen sind in unserer Firmeneinfahrt ohne zu unterschreibenden Lieferschein abholbar.

Und wer eintreten möchte, kann und muß sich die Hände mit hochwirksamen Handdesinfektionsmittel sterilisieren und wir halten sehr großen Sicherheitsabstand zu unseren Besuchern 🙂

In diesen schweren Zeiten ist gegenseitige Solidarität und Unterstützung das Gebot der Stunde. Einer unserer Kunden ist Künstler, der jetzt nicht mehr Auftreten kann und ansonsten seinen bescheidenden Lebensunterhalt als Kellner bestreitet, auch dieser Broterwerb ist nicht mehr da. Er schuldet uns noch über 200,00 Euro. Wir haben mit ihm vereinbart, das er seine Schulden bei uns so begleichen soll, wie es ihm möglich ist. Obwohl auch uns das schwer fällt, nachdem unsere Umsätze dramatisch weggebrochen sind. Wir müssen einfach mal wieder enger zusammen rücken, im Moment ja bloß nicht körperlich, sondern durch unser Füreinander da sein.

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Fast alle Aufträge wurden über das Wochenende storniert :-(

Montag, 23.03.2020

23:00 Uhr (Update)

Peter Altmaier, Deutscher Bundesminister für Wirtschaft und Energie hat grade in Tagesschau24 erklärt, Deutschland befände sich durch das Coronavirus in der größten Wirtschaftskriese seit dem 2. Weltkrieg. Bravo, 2021 will ich eigentlich mein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern und auch 40 Jahre Druckerei TIAMATdruck. 10 Jahre selbstverwaltetes Druckkollektiv, dann nach unserer Selbstauflösung 1991 dreißig Jahre politisch und sozial engagierte linke Druckerei. Mal sehen ob es nächstes Jahr noch was zu Feiern gibt. Da heißt es also mal wieder wie schon so verdammt oft: Gas geben und retten was noch zu retten ist. Macht nicht mehr so wirklich Spaß.

17:00 Uhr (Update)

Unsere heutige Öffnungszeit geht ja bis 18:00 Uhr, ich werde glaube ich aber jetzt gleich die Türe abschließen und nach hause fahren. Kein einziger Telefonanruf, kein einziger Auftrag oder Kalkulationsanfrage per Email und den ganzen Tag drei Menschen hier gesehen. Unsern Lieblingspostboten, den wöchentlichen Altpapierfahrer und eine Nachbarin, für die wir schon letzte Woche ein Päckchen angenommen hatten…

Statt dessen immer wieder aufmerksam Nachrichten gehört. Gibt es schon was konkretes über den „unbürokratischen“ Rettungsschirm für kleine Unternehmen, noch schlimmeres oder vielleicht besseres zur Corona-Pandemie? Alles Mist!!

8:00 Uhr

Grade bin ich im Betrieb eingetroffen, die Fahrzeit mit dem Auto hat sich für einen Montag von meistens mehr als 1 Stunde auf 25 Minuten reduziert. Kaum Fußgänger zu Sehen.

So, nun geht es los mit der wirtschaftlichen Krise, die sich für uns über das Wochenende noch drastisch verschärf hat. Fast alle schon erteilten Aufträge sind storniert worden, jetzt bleibt nicht mehr viel übrig. Wir werden heute und morgen bei unseren Firmenkunden nachfragen, ob es noch aktuell Bedarf an Drucksachen gibt. Bei unseren Künstlern und Initiativen ist schon nichts mehr, es sind ja keine Austellungen oder Versammlungen mehr möglich. Und die Druckaufträge für den Kommunalwahlkampf in NRW gibt es erst einmal auch nicht, damit hatten wir für dieses Jahr so sehr gerechnet.

Ich werde heute schon mal das Administrative erledigen. Unsere Hausbank (wir sind seit fast 40 Jahren treue Kunden der Kreissparkasse Düsseldorf) bitten, uns (hoffentlich momentan nur) temporär einen höheren Dispositionskredit einzuräumen, Informationen über das aktuelle Kurzarbeitsgeld und vor allem über eventuelle Zuschüsse (besser weil angebracht) oder z.B. KfW-Darlehen (schlechter, weil rückzahlbarer Kredit) einholen. Und schon einmal präventiv alle möglichen Steuerstundungen beantragen (wie geht denn das?).

Viel Arbeit steht jetzt an, nur leider keine schöne künstlerische Druckarbeit. Bis bald, bleibt gesund und verhaltet euch solidarisch, Hamstern auf Kosten anderer läuft nicht!

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Es ist plötzlich sehr sehr ruhig…

Samstag. 21.03.2020

Ja meine Lieben, jetzt habe ich wieder unseren Blog entdeckt. Monatelang hatte ich keine Zeit und auch keine Lust auf Schreiben, der tägliche (erfolgreiche) Kampf um Aufträge zehrte an den Kräften.

Aber so schnell kann sich die Situation ändern. Seit letzter Woche Freitag brachen die Aufträge und Kalkulationsanfragen ein, es wurde immer weniger, aber es lief die Produktion noch so einigermaßen. Und dann kamen die Stornierungen und Terminverschiebungen und danach wurde es so still wie ich es in den 40 Jahren unserer Firmengeschichte noch nie erlebt habe. Das Corona-Virus bedroht nicht nur unser aller Gesundheit und Leben, sondern auch unser aller wirtschaftliche Existenz.

Ich werde nun unseren Blog benutzen, um alles das zu Schreiben, was uns als kleine Druckerei so widerfährt in diesen merkwürdigen und sehr gefährlichen Zeiten.

Bis bald 🙂

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Landesparteitag Bündnis 90/Die Grünen NRW und wir :-)

Jetzt war der Landesparteitag in Neuss und wir arbeiten mit dem grünen Landesverband nun seit deren Gründung zusammen. Die grüne Partei wurde gegründet und wir und auch andere Betriebe in und um Düsseldorf verwandelten sich von kapitalistischen Unternehmen in Kollektive, jeder Mitarbeiter(in) war Mitinhaber der Firma, in der Sie/Er arbeitete. Und wir (alle) haben glaube ich nie so wirklich daran geglaubt, das es jemals dazu kommen könnte: Bündnis 90/Die Grünen haben alle kleinbürgerlichen Parteien hinter sich gelassen! Eine ganz fette Gratulation von uns als ehemaliges TIAMATdruck Kollektiv 🙂 und schon seit 28 Jahren die TIAMATdruck GmbH. Einen neue betriebliche Firmierung mit den nach wie vor unumstößlichen Zielen für eine bessere und gerechte Gesellschaft! Lasst uns in einem der reichsten Ländern der Welt Armut und Altersarmut bekämpfen. 600.000 ehemalige Kleinunternehmer sind ohne Krankenversicherung, ohne (Drecks)lobby und ohne gewerkschaftlicher Unterstützung. Es gibt noch sehr sehr viel für uns zu tun!!!

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Immer noch schön und wahr :-)

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Europäische Datenschutzverordnung – Krümmung der Salatgurken

Mein Gott, jetzt habe ich in ARTE zwei Dokus angeschaut, da waren viele Menschen im Spiel und ich habe nur noch unscharfe Gesichter gesehen. Wie lebensfremd muss ein Abgeordneter der EU denn sein, um die Freude des Lebens komplett zu negieren? Ihr habt uns ja auch versucht einzureden, das Gurken alle kerzengrade wachsen und nicht krumm, wie die meisten Gurken nun mal so sind. Jetzt besteht der Reiz einer Doku darin, eure Fähigkeiten in Photoshop zu dokumentieren, alle menschlichen Gesichter unscharf zu stellen. Und alle Homepages werden verschandelt durch euer bescheuerten Datenschutzerklärungen. Macht mal schön weiter so, dann gibt es leider bald keine EU mehr.

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Was sind und wie entstehen gelungene Drucksachen?

Vordergründig betrachtet gilt eine Drucksache in der Produktion als gelungen, wenn technisch alles wie geplant funktioniert hat. Die Farben stimmen mit den Vorgaben überein, die Druckfarbe ist tadellos getrocknet und in der Weiterverarbeitung hat letztendlich auch alles geklappt.

Das mag für die meisten technischen Produkte wie Werkzeugkataloge, Autoprospekte usw. ausreichend sein. Wenn es jedoch um Kunst, Literatur und Fotografie geht, reicht das bei weitem nicht mehr. Eine Drucksache ist wie ich glaube dann gelungen, wenn die Materialauswahl, die Art der buchbinderischen Weiterverarbeitung und die partnerschaftliche gemeinsame Produktion von Kunde und Druckerei auf den Sinn und Inhalt, auf die beabsichtigte Wirkung und Zielgruppe der Drucksache exakt abgestimmt ist. Natürlich können Rasterpunkte und auch so manche grenzwertige Farben auf einem gestrichenen Bilderdruckpapier manchmal etwas präziser und brillianter wiedergegeben werden.

Aber trotzdem wird die Meisterklasse vielleicht eher mit einem haptisch interessanten, sehr offenporigen Papier erreicht, weil die originalen Kunstwerke eben auch nicht aalglatt, sonder sehr vergänglich und filigran auf einer wunderbaren Leinwand entstanden sind. Und eine künstlerische Drucksache kein lichtreiches Video der Kunst ist, sondern ebenfalls ein zum Ganzen passendes sinnliches Erlebnis werden soll, ein neues Kunstwerk im Dienst der Kunst!

Dann zählt nicht mehr nur technische Präzision, dann gilt wieder der alte Gruß der Druckerzunft: „Gott grüßt die Kunst“.

 

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RWE ist ein Dinosaurier, dem das Schicksal der Dinosaurier ereilen wird (und muss)!

und es ist wirklich zum Kotzen, diese verfluchte Vetternwirtschaft zwischen Politik und altbackener vorsintflutlicher Wirtschaft und kapitalistischer Finanzinteressen immer noch ertragen zu müssen. Diese verantwortlungslosen Bastarde zerstören ja nicht nur einen jahrtausende alten Wald, sondern entwurzeln auch tausende Menschen und nehmen ihnen für immer Ihre historische Geschichte. Was sollen wir denn später mit euren bescheuerten mit Grundwasser gefluteten Löchern??? Eure künstlichen Seen könnt ihr euch woanders hin schmieren! Und leider muß hier auch gesagt werden, das alle! NRW-Parteien dabei mitgespielt haben, auch die Grünen. Schämt euch, das habe ich nicht von euch erwartet!

http://www.ardmediathek.de/tv/Unterwegs-im-Westen/Bäume-oder-Braunkohle-Der-Kampf-um-den-/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=50725398&documentId=56122524

 

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Zement, der heimliche Klima-Killer

Da scheint doch das Heer der Lobyisten beste Arbeit zu leisten.

Alle reden nur noch über unsere PKWś, ob Diesel oder Benzin, die absoluten Klimakiller?Für eine Tonne (1000 kg) Zement werden 800 kg CO2 verbraucht und jeder von uns verbraucht pro Jahr 300 kg Zement. Schaut euch den tollen Beitrag an: https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-zement—der-heimliche-klimakiller-100.html

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Warum heißen heute Flugblätter nur noch Flyer????

Ja, das ist eine gute und intelligente Frage!
Warum heißen (nicht heißen "noch") Flugblätter Flugblätter?
Weil während der Nazi-Zeit und vielleicht auch davor und auch
besonders danach politische Drucksachen von Brücken oder Balkonen
oder auch von irgend etwas Anderem geworfen wurden, damit sie
gelesen wurden und nach Möglichkeit der/die Werfer unentdeckt
blieben :-)

Die Agitationen flogen durch die Luft wie Blätter von Bäumen im
Herbst der Politik, Flugblätter eben! Warum heißt das denn um
Gottes oder wer weiß auch in wessen Willen heute Flyer? Weil das
so modern und vor allem unpolitisch klingt????
Ihr Armen unwissenden Ahnungslosen!!!!

 

 

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